Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Monaten deutlich gefallen – doch bei vielen Haushaltskunden kommt die Entlastung nicht an. Der Energieanbieter 1KOMMA5° hat die aktuelle Strompreisentwicklung analysiert und zeigt: Die Schere zwischen Marktpreis und Endkundenpreis klafft weiter auseinander. Während Beschaffungskosten sinken, bleiben Netzentgelte, Umlagen und Vertriebsmargen auf hohem Niveau.
Für Elektrohandwerker und Installateure wird das Thema zunehmend geschäftsrelevant. Kunden, die in Photovoltaikanlagen oder Energiespeicher investieren, fragen gezielt nach Möglichkeiten zur Eigenverbrauchsoptimierung – getrieben vom Misstrauen gegenüber sinkenden Strompreisen. Wer seinen Kunden ein Energiemanagementsystem installiert, sollte transparent machen können, welche Kostenbestandteile wirklich marktabhängig sind und welche regulatorisch festgeschrieben bleiben.
1KOMMA5° setzt verstärkt auf lokale Showrooms, etwa in Bremen, um Verbraucher direkt zu beraten. Die Strategie: Transparenz vor Ort schaffen und gleichzeitig dynamische Tarife vermarkten, die Preisschwankungen des Großhandelsmarkts direkt an Endkunden weitergeben. Für Elektrobetriebe, die selbst PV-Anlagen planen und installieren, ist das eine Chance zur Differenzierung – aber auch eine Herausforderung. Denn wer dynamische Tarife anbietet oder empfiehlt, muss auch Smart Meter installieren und Kunden in die Nutzung intelligenter Steuerungen einweisen.
Die Analyse zeigt zudem: Netzentgelte und staatliche Abgaben machen inzwischen rund die Hälfte des Haushaltsstrompreises aus. Diese Komponenten sind weitgehend unabhängig vom Großhandelsmarkt und entwickeln sich regional sehr unterschiedlich. Installateure sollten daher bei der Beratung zu Eigenverbrauchsoptimierung im Einfamilienhaus realistische Amortisationsrechnungen aufstellen – ohne auf weitere Preissenkungen zu setzen.
Für das Elektrohandwerk ergeben sich konkrete Handlungsfelder: Installation von Einspeisezählern, Integration smarter Messsysteme und die Kopplung von PV-Anlagen mit Heimspeichern und Wallboxen. Wer heute Hauskraftwerke mit dynamischen Stromtarifen vernetzt, positioniert sich als Systemintegrator – nicht nur als Installateur. Die Strompreis-Debatte wird so zum Türöffner für ganzheitliche Energiemanagement-Projekte.
