Schneider Electric steht zum dritten Mal in Folge ganz oben im Nachhaltigkeits-Ranking von TIME Magazine und Statista. Der französische Konzern sichert sich erneut den Titel des nachhaltigsten Unternehmens weltweit – eine bemerkenswerte Kontinuität, die Fragen nach den Bewertungskriterien und den konkreten Maßnahmen aufwirft.

Das Ranking bewertet über 5.000 börsennotierte Unternehmen aus 30 Ländern anhand öffentlich verfügbarer Daten. Im Fokus stehen drei Säulen: Umwelt (CO₂-Reduktion, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft), Soziales (Arbeitsbedingungen, Diversität) und Unternehmensführung (Transparenz, Ethik). Schneider Electric punktet dabei vor allem mit messbaren Fortschritten bei der Dekarbonisierung der eigenen Lieferkette und konkreten Produktlösungen für Energiemanagementsysteme in Gebäuden und Industrie.

Besonders relevant für Elektrofachbetriebe: Der Konzern hat seine EcoStruxure-Plattform konsequent auf Energieeffizienz und transparente Verbrauchsmessung ausgerichtet. Konkret bedeutet das Software- und Hardware-Lösungen, die Gebäudebetreibern helfen, Energieflüsse in Echtzeit zu überwachen und zu steuern – vom Smart Meter über Leitungsschutzschalter bis zur Cloud-Anbindung. Wer als Elektroinstallateur in Gewerbeimmobilien oder größeren Wohnanlagen arbeitet, kennt die wachsende Nachfrage nach solchen vernetzten Systemen.

Die Methodik des Rankings ist transparent dokumentiert: Statista wertet standardisierte ESG-Berichte, CDP-Daten (Carbon Disclosure Project) und unabhängige Audits aus. Unternehmen können sich nicht aktiv bewerben, sondern werden automatisch erfasst. Das schafft Objektivität, birgt aber auch eine Schwäche: Kleinere, regional agierende Betriebe fallen durch das Raster. Das Ranking bildet also vor allem die Großkonzerne ab, die über entsprechende Reporting-Strukturen verfügen.

Für die Branche ist das Abschneiden von Schneider Electric dennoch ein Signal: Nachhaltigkeit wird zunehmend messbar und vergleichbar. Kunden – ob öffentliche Auftraggeber oder private Bauherren – fordern heute nicht nur energieeffiziente Produkte, sondern auch Nachweise über deren Herkunft und Klimabilanz. Wer als Fachbetrieb in Ausschreibungen punkten will, kommt an diesem Thema kaum noch vorbei.

Parallel dazu zeigt sich, dass auch andere Player wie Siemens, ABB oder Eaton Electric ihre Nachhaltigkeitsstrategien verschärfen. Die Elektrobranche steht vor der Herausforderung, Effizienz nicht nur zu versprechen, sondern in messbaren Kennzahlen zu belegen – vom CO₂-Fußabdruck einzelner Bauteile bis zur Recyclingfähigkeit von Energiespeichern in Photovoltaikanlagen.